Posterous, der hier verwendete Blog-Service, unterstützt jetzt auchGoogle-Maps. Um das auszuprobieren, habe ich mal den Standpunkt herausgesucht, an dem ich jetzt gerne wäre: der San Telmo in Puerto de la Cruz auf Teneriffa.
Die Ankündigung im "heute journal" erwischte mich kalt: da moderierte, nein: pries - journal-Frontmann Claus Kleber eine neue Büchersendung im ZDF an. Das Nachfolgemodell für die geschasste Elke Heidenreich.
Schon diese Ankünde von "Die Vorleser" mit Amelie Fried (Schriftstellerin, Journalistin, Moderatorin) und Ijoma Mangold (Literaturkritiker, Vize-Feuilletonchef der "Zeit", Fernsehneuling) wirkte reichlich bemüht: gemeiner Seitenhieb auf Elke Heidenreich (und ihren vermeintlich unrühmlichen Abschied vom ZDF) und ansonsten viel Eigenwerbung mit der Betonung darauf, dass der Autor des Ankündebeitrags das ganze ausgesprochen objektiv unter die Lupe genommen hat. Natürlich war er trotzdem hin und weg. Und natürlich - so viel journalistische Offenheit muss sein - produziert er auch Beiträge für "Die Vorleser".
Trotzdem wurde ich neugierig, und da die Sendung ja gleich im Anschluss folgte, dachte ich mir: Schauste mal rein. Vom Hocker gerissen hat mich dieser Auftakt allerdings nicht. Schon die Idee, die Sendung jeweils unter ein Motto zu stellen (diesmal: Familie. bemüht, ausgesprochen bemüht) finde ich misslungen.
Die Moderation würde ich nicht als misslungen bezeichnen, aber als ein bisschen öde, langweilig, und... bemüht. Die meiste Zeit wirken beide Moderatoren in ihrem - dem Fernsehpublikum nicht zugewandten - Zwiegespräch ein bisschen zu gut vorbereitet. Um nicht zu sagen: einstudiert. ein bisschen mehr Spontaneität hätte nicht geschadet. Das hatte zur Folge, dass ich dem Inhalt wirklich kaum folgen konnte, weil die Worte zum einen Ohr hineinrauschten - und zum anderen wieder hinaus.
Ein bisschen Schwung kommt lediglich in die Debatte, als Fried und Mangold sich uneins sind über eines der vorgestellten Bücher. Aber, bitte, Herr Mangold: dieser reichranickieske Gestus steht Ihnen nicht! Packen Sie den wedelnden Zeigefinger wieder weg und überlassen das dem Altmeister. Es wirkt... bemüht.
So richtig rausreißen konnte es auch Studiogast und Schauspieler Walter Sittler nicht mehr, obwohl er - wenigstens er! - Interessantes zu erzählen hatte.
Und dann war die Sendung auch schon wieder vorbei, und ich dachte mir nur: Aha. Neue Literatursendung, aber noch weniger Literatur. Die gute Elke hat in der gleichen Zeit mindestens das Doppelte an Büchern geschafft, und ihr bleibe ich auch treu - wenn auch "nur" im Internet.
Man weiß nicht, wer da redet und warum, ob er meint, was er sagt, und
sagt, was er will. In aller Regel entstehen die Meinungsbilder in
diesen sich von Umfang und Anzahl her explosionsartig verbreitenden
Netzforen auf nicht nachvollziehbare Art und Weise.
Aus meiner täglichen Erfahrung kann ich die Grundthese bestätigen. Aber wie bei allem muss man auch hier differenzieren. Eine Anonym geäußerte Meinung kann durchaus Wert und Gewicht haben. Zum Beispiel dann, wenn sie von einem Autor geäußert wird, der unter dem stets selben Pseudonym auftritt und sich so mit vorhergehenden Äußerungen ein Profil geschaffen hat. Wenn es einen Wiedererkennungswert gibt und ich denjenigen, der sich da gerade äußert, einschätzen kann, dann ist es mir im Prinzip egal, ob sich da gerade Peter Müller oder DarkAngel4711 äußert. Zu meinem virtuellen Bekanntenkreis zähle ich eine ganze Reihe von Leuten, die ich nur von ihrem Blog-Pseudonym her kenne. Durch regelmäßige Lektüre ihrer Blogs aber habe ich durchaus eine Persönlichkeit vor meinem geistigen Auge, die ich zuordnen kann und von der ich weiß, was ich zu erwarten habe. Und schließlich gibt es auch genug Leute, die ihre Gründe haben, zum Beispiel anonym zu bloggen.
Unerquicklich wird es, wenn man es mit Leuten zu tun hat, die ihre Meinung mal so eben "on the fly" an irgendwelche virtuellen Wände schmieren, oftmals mal unter jenem Namen oder unter diesem. Hier bildet zum Beispiel auch die Kommentarfunktion der Welt keine Ausnahme.
So äußern sich zum oben verlinkten Artikel bei Welt Online „Bürger Max Mustermann“, „FBI“ und „Wuhalla“. Tut mir leid, damit kann ich nichts anfangen.
Auch bei Welt Online kann man eine Menge Müll von Leuten lesen, die unter dem Deckmantel der Anonymität zumeist Häme, Hass, ausländerfeindliche Parolen etc. unters Volk bringen. Sie geben sich dann irgendwelche Namen, die danach nie wieder auftauchen. Sorry, aber derlei Geschmiere kann ich nicht ernst nehmen. Meinung braucht ein „Gesicht“ oder Profil, dass es einen Wiedererkennungswert hat und ich die Person einordnen kann, die da schreibt.
(dieser Beitrag entstand mit freundlicher Anregung eines Tweets von Moe, den ich unter diesem Pseudonym schon lange kenne, der aber auch mit seinem richtigen Namen nicht hinterm Berg hält)
"Firefox 3.5 wird
erwachsen" titelt Spiegel Online bedeutungsschwanger in einem Artikel über
die
Veröffentlichung der neuesten Version von Mozillas Browser. Das ist wohl ein
bisschen hoch gegriffen, denn es ist wohl ein Widerspruch in sich, eine sich
ständig weiter entwickelnde Technologie als ausgewachsen zu bezeichnen. Davon
abgesehen hat der Spiegel schon recht, dass in der neuesten Version des Firefox
einiges besser wird.
Hatte ich mich unlängst
noch beklagt, dass mein 3er-Firefox zu einer lahmen Kröte mutiert ist, haben
die Entwickler gerade an dieser Stellschraube einiges gedreht. Das habe ich
schon bei der Benutzung der 3.5-Beta-Version, die ich in den vergangenen Wochen
verwendet habe festgestellt. Zwar kann der Borwser Googles Chrome oder Apples
Safari das Wasser in Sachen (Start-)Geschwindigkeit noch immer nicht reichen,
ist aber spürbar schneller als das Vorgängermodell.
Die finale Version werde ich mich dann heute abend
mal runterladen und installieren (möglicherweise tut das mein Firefox ja ohnehin
schon automatisch). Aber ich denke mal, dass sich da nicht mehr viel im
Vergleich zur Beta-Version verändern wird.